Wir Deutschen

mehrsehn · Februar 01, 2017 · Gedanken · 0 comments

Auf unserer Reise durch die Welt ist uns eines immer wieder aufgefallen: Wir Deutschen sind überall. Zumindest in den Hotspots der Länder kann man sich sicher sein der eigenen Muttersprache zu begegnen. Als wohlhabendes Land, in dem eine gewisse Anzahl Urlaubstage genauso selbstverständlich ist, wie der Wille sich außerhalb der eigenen Grenzen zu bewegen.

Einem Land, wo es möglich ist, sich in verschiedenen Phasen des Lebens eine Auszeit zu gönnen, etwas Neues zu erleben, seine Sprachkünste zu verbessern oder einfach nur nach neuen beruflichen Herausforderungen zu suchen.

Was für ein Glück wir doch haben und was für ein Glück, dass viele danach streben ihren Horizont zu erweitern, fremde Kulturen und Menschen kennen zu lernen, den Mut haben Sprachbarrieren zu überwinden und sich auf das Fremde einzulassen.

Was für ein tolle Sache, wie die Welt immer mehr zusammenrückt. Wenn Grenzen keine Grenzen mehr sind, Distanzen in Stunden überbrückt werden können und sich Freundschaften um den Globus bilden.

Natürlich wird durch diesen Prozess und dem Phänomen des Stereotypendenkens, dem wir uns nicht immer entziehen können, auch ein gewisses Bild durch die Reisenden im Ausland geformt.

Leider wünschten wir uns häufiger auf unserer Reise die Sprache der Besoffenen grölenden Vollpfosten, auf dem vollen Rastplatz nachts, nicht zu verstehen. Oder die der Hochintelligenten, die in einem See schwimmen, welcher von „Vorsicht Alligatoren“-  Schildern verziert ist.

Das deutsche Rudeltier, welches wie ein Platzhirsch sein Revier markiert, mit dröhnender Musik, lauten Gesprächen, viel Müll und sehr dummen und naiven Verhalten. Bei dem man sich wünscht, die Mama hätte den Satz „Benehmt euch mal“ häufiger in der Erziehung verwendet.

In diesen, doch häufigen Momenten, bleibt man mit sehr viel Frustration und Gedanken zurück. Liegt es an dem Wohlstand, an der Verwöhntheit der Deutschen, wie die sprichwörtliche „Axt im Wald“ in andere Länder zu marschieren und sich so daneben zu benehmen? Oder sind es nur die kleinen, feinen Ausnahmen und wir haben ein Händchen dafür, dass uns diese begegnen?

Was lief falsch, dass einem die Wörter Rücksicht, Anstand und Schamgefühl selbst in der eigenen Sprache Fremdwörter bleiben?

Wir wissen es nicht.

Wir wissen jedoch, dass wir zum Glück auch viele Begegnungen mit Deutschen hatten, die mit viel Respekt und Neugier reisen.

Menschen, mit denen uns nicht nur die Sprache verbindet.

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