Australien

Juni 20, 2018 · Australien, Länder

Hello Australia

Wenn man Australien mit einem Wort beschreibt, wäre dieses wohl „GROß“.

Während unserer Reise durch Südostasien und Südafrika prägten uns die verschiedensten Eindrücke. Die Schönheit und Faszination für das andere raubte uns oft den Atem und lies uns wünschen, der Moment möge nie vergehen.

Das Gefühl, das wir verspürten als wir das erste Mal in Brisbane australischen Boden berührten, ist jedoch unbeschreiblich. An Herzlichkeit und Schönheit kaum zu übertreffen, fühlten wir uns vom ersten Moment an zuhause auf diesem fernen Kontinent. Um auch den Norden entdecken zu können, entschieden wir uns spontan noch einmal in den Flieger zu steigen und unsere Reise von Cairns aus zu beginnen. Ausgerüstet mit einem gefühlt 100 Jahre alten kleinen Camper, unseren Schrotti, begann für uns das Highlight unserer Weltreise, die Tour an der Ostküste entlang durch Australien. 

Unsere Route

Tipps und Tricks

WAAAASER

In Australien ist es meist sehr heiß. Achtet immer darauf genügend Wasser bei euch zu haben. Egal ob ihr eine Tour an der Küste plant, zu Fuß unterwegs seid oder das Herz Australiens als Ziel habt.

DISTANZEN

Australien ist groß – sehr groß. Vergesst dies bei der Planung eurer Route nicht. Man unterschätzt schnell die Distanzen. 

VORSICHTIG BISSIG

Warnschilder, die über Alligatoren oder andere giftige Tiere informieren, sind nicht nur nette Beilagen für das nächste Instagram-Foto, sondern sind durchaus ernst gemeint und sollten dafür sorgen, dass du dein Verhalten entsprechend anpasst.

ZUVERLÄSSIGE BEGLEITUNG

Falls ihr eure Tour durch Australien mit einem Mietauto oder Camper plant, gilt: you get what you pay for. Bei einem Schnäppchen könnt ihr keinen Luxusschlitten erwarten. Die Aussis haben eine andere Vorstellung von weiten Strecken und es ist nicht unwahrscheinlich, dass euer Auto einen Kilometerstand von mehreren 100.000 km hat. Wenn ihr mit eventuellen Rostschäden, Beulen oder anderen Eigenheiten keine Probleme habt - umso besser. Aber bitte testet wichtige Details wie Bremse etc. bevor ihr loszieht.

DIE STRASSE GEHÖRT DEN TRUCKS 

Meistens begegnen euch nur wenige Autos auf den Fernstraßen. Falls ihr jedoch einen Truck im Rückspiegel seht, solltet ihr Gas geben oder vorsorglich an den Rand fahren. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er nämlich nicht für euch bremsen.

DIE HIGHLIGHTS ZWISCHEN DEN HIGHLIGHTS

Es gibt so unwahrscheinlich viel zu sehen in diesem traumhaften Land. Die wirklich schönsten Momente fanden wir jedoch an den abgelegenen Orten, bei einem Tee mit Einheimischen, einem Cider unter dem puren Sternenhimmel oder in Form eines kleinen Wombats oder Koalas in der unscheinbaren Seitenstraße. 

NEHMT RÜCKSICHT

Nicht nur wir lieben Australien. Viele andere Backpacker reisen ebenfalls durch dieses große Land. Die kostenlosen Rastplätze sind daher voll mit Touristen aus aller Welt. Achtet einander, räumt euren Müll weg und nehmt Rücksicht.

WER ZU SPÄT KOMMT...

...der könnte bei der Suche nach einem Rastplatz Pech haben. Sobald es anfängt zu dämmern, solltet ihr euren Schlafplatz für die Nacht gefunden haben. Sonst könnte es eng werden. 

DER HEILIGE BERG

Die Ureinwohner Australiens sind und bleiben die Aborigines. Achtet ihre Geschichte und ihren Glauben und besteigt bitte nicht ihren heiligen Berg. Das magische Farbenspiel des Ulurus kann man von oben drauf eh nicht bewundern. 

Von Cairns nach Brisbane

Unsere erste Etappe führte uns von Cairns nach Brisbane. Unser kleiner Schrotti sah diese Strecke sicherlich schon etliche Male. Bei einem Kilometerstand von über 350.000 lässt sich das zumindest vermuten.

Für uns war jeder Kilometer ein Erlebnis. Angefangen von dem großen Traum im Great Barrier Reef auf Entdeckungsreise zu tauchen und mit kleinen Haien und Schildkröten zu schnorcheln, suchten und fanden wir atemberaubende Wasserfälle, faszinierende Sumpfgebiete, heimische Alligatoren, kühle Wasserlöcher, viel Leben und kleine Wunder.

Von Brisbane nach Sydney

Das größte Highlight auf unserer Strecke zwischen Brisbane und Sydney war das Koala Hospital in Port Macquarie.

Motivierte Omas kümmern sich in dieser Einrichtung hingebungsvoll um die kleinen grauen Flauschbälle, die auf Grund von Rodung, Umweltverschmutzung und Straßenverkehr immer mehr auf menschliche Hilfe angewiesen sind. Die Organisation verfügt über ein hauseigenes Krankenhaus, aus dem die Patienten nach einer Genesungsphase wieder entlassen werden. Einige der Eukalyptus-Genießer sind jedoch Dauermieter, da sie wegen verschiedener Handicaps in der freien Natur nicht überleben würden.

Einer davon ist Barry. Durch seine Herkunft aus Barrington, wo es für australische Verhältnisse doch recht kühl ist, hat er sich ein besonders dickes Fell zugelegt und schaut daher noch runder und flauschiger aus. Die Ähnlichkeit mit einem sitzenden Buddha und sein ausgeglichenes Wesen sorgten dafür, dass wir ihn sofort ins Herz schlossen und für ein Jahr die Patenschaft übernahmen. Mit wenigen Dollars können wir dadurch nicht nur den blinden Barry unterstützen, sondern auch dieses wunderbare Projekt.

Das Lone Pine Koala Sanctuary in Brisbane unterstützt ebenfalls das Überleben der kleinen Bären. Durch jahrelange Forschungen und vielen Spenden konnte das Sanctuary erste Erfolge bei der Bekämpfung von Chlamydien erzielen. Eine Krankheit die für Erblindung, Behinderungen und Zeugungsunfähigkeit der Koalas verantwortlich ist. 

Sydney

Sydney ist mit über 5 Mio. Einwohnern die größte Stadt Australiens und die Hauptstadt des wundervollen Bundesstaates New South Wales. Für uns war Sydney das Sahnehäubchen unserer Australienreise. Die pulsierende Stadt am pazifischen Ozean lebt durch ihre Vielfalt, ihre Offenheit und ihren ganz eigenen Charme. Die City umfasst eine Fläche von ca. 25 km² auf denen man neben dem Opera House, der Harbour Bridge, Chinatown oder Paddys Market auch einfach nur die herrliche Aussicht von einen der vielen Fähren genießen kann. Sydney kann man nicht beschreiben, man muss es erleben. Nur so viel: für uns ist sie die schönste Stadt der Welt – bis jetzt 😉

Von Sydney über Melbourne bis zur Great Ocean Road

Die letzte Etappe mit unserem knatternden Schrotti führte uns von Sydney in Richtung Melbourne. Circa 200 km vor den Toren der Stadt unternahmen wir einen Abstecher in den Nationalpark Wilsons Promontory, der uns durch seine faszinierende Landschaft und die traumhaften Strände begeisterte. Wir besuchten den Park an einem Freitag und trafen auf viele Besucher aus Melbourne, die zwischen den kleinen Hügeln des gut besuchten Zeltplatzes ihr Lager für das Wochenende einrichteten.

Anschließend führte unser Weg durch Melbourne weiter nach Westen, wo wir eine Schleife fuhren, die uns zunächst durch die karge Landschaft des Inlands und schließlich an die Küste zur Great Ocean Road führte. Immer am Meer entlang, besuchten wir die 12 Apostel, die beeindruckenden freistehende Kalksteinfelsen. Wir stiegen herab in die Schlucht Loch Ard Gorge und entdeckten ganz nebenbei einen Ameisenigel, der neben dem Fußweg durch das Gebüsch raschelte. Zurück in Melbourne endete unsere fast 4.000 km lange Fahrt mit Schrotti durch Australien. Die nächsten 2.000 km ins Inland legten wir dann mit dem Flugzeug zurück...

Camping mit Wombats

Auf unserer Tour durch Australien entschieden wir uns auf die typischen Touristen-Hotspots und geführten Touren zu verzichten, um das Land, die Leute und die Tierwelt selbst zu entdecken. So schafften wir uns unsere ganz eigenen Highlights, genossen die endlosen Weiten auf den Straßen Australiens, Sonnenuntergänge am Meer und traumhafte Abende auf vergessenen Campingplätzen mit Dauercampern, die auch permanents genannt werden.

Zu einem gelungenen Roadtrip durch Australien gehört natürlich auch das wahnsinnige Glücksgefühl, einen Wombat in freier Wildbahn zu erleben. Durch einige Gespräche mit Australiern erfuhren wir, dass dies gar nicht so einfach sei. Auf einem abgelegenen Campingplatz in der Nähe von Wollongong wurde dieser Traum jedoch wahr. Völlig abgeschnitten von der Außenwelt, auf einer Lichtung im Dschungel, fanden wir nicht nur die ultimative Ruhe, sondern auch die kleinen runden Flauschbälle.

Uluru - Kata Tjuta Nationalpark

Für unser letztes Abenteuer in Australien flogen wir in das Herz dieses traumhaften Kontinentes. Die Entscheidung, die nicht ganz so günstigen Flüge und Übernachtungskosten auf uns zu nehmen, um dieses Wunder mitten im Nirgendwo zu bestaunen fiel uns nicht schwer. 

Als Wahrzeichen Australiens konnten wir das tiefrote Leuchten des Felsgesteins schon aus dem Flugzeug bewundern. Und der Zauber sollte anhalten. Mit einem Mietwagen ausgerüstet, erkundeten wir auf eigene Faust diese seltsame Landschaft und genossen die einzigarten Augenblicke zum Sonnenaufgang und -untergang an wohl einem der schönsten Plätze der Erde. 

Bei über 40 Grad war das wandern im Kata Tjuṯa Nationalpark (auch bekannt als “Die Olgas“) eine sehr heiße Angelegenheit. 

Die Schönheit und die Magie, die dieser Fleck Erde ausstrahlt, ist wohl auf keinem Bild der Welt einzufangen. Es ist ein Ort an dem man wirklich sein muss, um zu verstehen warum er heilig ist.

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