Gedankenkoffer

Dezember 12, 2016 · Gedankenkoffer
Die magische 30!

Yeah! Wir haben einen Grund zum Feiern.
Seit heute begleiten 30 Follower auf YouTube unsere Reise durch die Welt.
30 Menschen, die unsere Abenteuer, wahnsinnig schöne und furchtbar anstrengende Momente auf Video verfolgen.

Wir sind uns bewusst, dass für die großen YouTuber diese Zahl nicht bemerkenswert ist und sicher der eine oder andere darüber schmunzeln wird. Wir sind uns auch bewusst, dass wir nie hippe und coole Blogger werden – glaubt uns, wir haben es anfangs tatsächlich versucht. 😉

Aber nach zahlreichen „Wie-wirst-du-zum-YouTuber-Videos“ haben wir uns für den unprofessionellen Weg entschieden – Authentizität.

Ihr werdet also auch in Zukunft die ungefilterte Wahrheit sehen, Videos, in denen wir auf den berühmten Content verzichten und stattdessen subjektiv beeindruckende Impressionen teilen.
Es wird auch in Zukunft keine Regelmäßigkeit bei der Veröffentlichung unserer Videos zu beobachten sein – wir reisen nämlich und manchmal ist es einfach wichtiger die Momente zu genießen anstatt stunden von Videoschnipseln zusammen zu fügen.

Aber wenn unser kleiner Laptop und der Movie Maker mal wieder 30 Minuten brauchen, um einen Bearbeitungsschritt auszuführen, oder auf Grund von schlechter Internetverbindung das Hochladen eines Videos 28 Stunden dauert, werden wir wissen, dass sich die Arbeit und die Geduld lohnen. Weil mindestens 30 Menschen dieses Stückchen Arbeit anschauen und in den wenigen Minuten bei uns sind.
Ihr könnt euch gewiss sein, dass wir jeden einzelnen Follower gefeiert haben und mit dem besten, was wir zum Anstoßen fanden, begrüßten – auch wenn das in manchen Situationen Leitungswasser war. Das werden wir in Zukunft natürlich auch so beibehalten.

Wir sagen also voller Stolz, vielen lieben Dank, wir sehen uns im nächsten Video!

 

2000 km auf dem Rad für einen Lichtblick

Mit Let’s See Hugo Go möchte Hugo etwas bewegen, indem er sein Rad bewegt. Mit diesem fährt er von Byron Bay nach Melbourne. Ungefähr 2000 Km, ein Rad, ein junger Mann und die Hoffnung auf Unterstützung als Rückenwind.

Wie es ist, blind zu sein, liegt wohl für die meisten für uns an den Grenzen der Vorstellungskraft. Natürlich können wir für einen Moment die Augen schließen und das Gefühl des „Nichtsehens“ nachspüren, jedoch immer mit der Gewissheit sie jederzeit wieder öffnen zu können. Wie schwierig es ist, sich in einer Welt ohne klare Farben und Konturen zurecht zu finden, wissen die indigenen Völker Australiens, die Aboriginal und Torres Strait Islander. Dabei sind 94% der Erblindungen und Augenkrankheiten behandelbar. Ein Leben ohne klare Konturen und Farben, obwohl eine kurze OP für circa 25 Dollar Licht in ihr Leben bringen könnte. Die Fred Hollows Foundation, welche Hugo mit seiner Radtour unterstützt, setzt sich genauso dafür ein.

“Our vision is for a world where no one is needlessly blind, and Indigenous Australians enjoy the same health and life expectancy as other Australians.”
Fred Hollows Foundation

Hugo ist ein 22 jähriger Mann mit einem Fahrrad, Ehrgeiz und Hoffnung auf Veränderung. Nach Abschluss seines Studiums der Luft- und Raumfahrttechnik entschied sich der Londoner für eine Reise nach Australien. Hier arbeitete er die letzten Monate als Taxibiker bevor er auf die Fred Hollows Foundation aufmerksam wurde und seinen Plan, mit dem Rad von Byron Bay nach Melbourne zu fahren, umsetzte.

Wir trafen Hugo auf einem Rastplatz am Pacific Highway und verfolgen seine Reise seitdem auf Facebook

Allzeit Gute Fahrt, lieber Hugo und pass auf dich auf.

Wenn ihr Hugo und die Fred Hollows Foundation unterstützen wollt, klickt hier: Let’s ’see‘ Hugo Cycle!

 

Halfway Creek Shell Roadhouse, Februar 2017

Morgenbesprechung 😉

Wir Deutschen

Auf unserer Reise durch die Welt ist uns eines immer wieder aufgefallen: Wir Deutschen sind überall. Zumindest in den Hotspots der Länder kann man sich sicher sein der eigenen Muttersprache zu begegnen. Als wohlhabendes Land, in dem eine gewisse Anzahl Urlaubstage genauso selbstverständlich ist, wie der Wille sich außerhalb der eigenen Grenzen zu bewegen. Einem Land, wo es möglich ist, sich in verschiedenen Phasen des Lebens eine Auszeit zu gönnen, etwas Neues zu erleben, seine Sprachkünste zu verbessern oder einfach nur nach neuen beruflichen Herausforderungen zu suchen.

Was für ein Glück wir doch haben und was für ein Glück, dass viele danach streben ihren Horizont zu erweitern, fremde Kulturen und Menschen kennen zu lernen, den Mut haben Sprachbarrieren zu überwinden und sich auf das Fremde einzulassen.

Was für ein tolle Sache, wie die Welt immer mehr zusammenrückt. Wenn Grenzen keine Grenzen mehr sind, Distanzen in Stunden überbrückt werden können und sich Freundschaften um den Globus bilden.

Natürlich wird durch diesen Prozess und dem Phänomen des Stereotypendenkens, dem wir uns nicht immer entziehen können, auch ein gewisses Bild durch die Reisenden im Ausland geformt.

Leider wünschten wir uns häufiger auf unserer Reise die Sprache der Besoffenen grölenden Vollpfosten, auf dem vollen Rastplatz nachts, nicht zu verstehen. Oder die der Hochintelligenten, die in einem See schwimmen, welcher von „Vorsicht Alligatoren“-  Schildern verziert ist.

Das deutsche Rudeltier, welches wie ein Platzhirsch sein Revier markiert, mit dröhnender Musik, lauten Gesprächen, viel Müll und sehr dummen und naiven Verhalten. Bei dem man sich wünscht, die Mama hätte den Satz „Benehmt euch mal“ häufiger in der Erziehung verwendet.

In diesen, doch häufigen Momenten, bleibt man mit sehr viel Frustration und Gedanken zurück. Liegt es an dem Wohlstand, an der Verwöhntheit der Deutschen, wie die sprichwörtliche „Axt im Wald“ in andere Länder zu marschieren und sich so daneben zu benehmen? Oder sind es nur die kleinen, feinen Ausnahmen und wir haben ein Händchen dafür, dass uns diese begegnen?

Was lief falsch, dass einem die Wörter Rücksicht, Anstand und Schamgefühl selbst in der eigenen Sprache Fremdwörter bleiben?

Wir wissen es nicht.

Wir wissen jedoch, dass wir zum Glück auch viele Begegnungen mit Deutschen hatten, die mit viel Respekt und Neugier reisen.

Menschen, mit denen uns nicht nur die Sprache verbindet.

 

Koh Lanta, Januar 2017 ♥

 

Ihr habt es gut

Ihr habt es gut – ein Satz, den man als „Aussteiger auf Zeit“ fast täglich zu hören bekommt.

Man hört ihn von Urlaubern mit großen Kulleraugen, offenstehenden Mündern und dem kurzen Aufblitzen von Neid im Blick, von frierenden Daheimgebliebenen, gönnenden Freunden und stolzen Familien.

Ein Satz, der uns seit Beginn unserer Reise verfolgt und das vorherige „Das ist aber mutig“ geduldig ablöste.

Nun was antwortet man darauf?

Ja und ja.

Ja, uns geht es gut und ja, wohl auch weil wir mutig sind.

Eine Reise zu unternehmen ist kein Pauschalurlaub, in dem man sich 14 Tage entspannt, das gute Leben am Pool genießt und zwischen Cocktail Nummer zwei und sieben darüber philosophiert, dass das Dritte-Welt-Land, da hinter den dicken Mauern des Resorts, ja gar nicht so arm aussah – auf der organisierten Fahrt zwischen Flughafen und dem schönen Leben.

Eine Reise zu erleben bedeutet nicht,  dass man besonders viel Glück oder besonders viel Geld hat, oder sich plötzlich die eine besondere Chance im Leben ergeben hat, die Anderen verwehrt bleibt – dass irgendetwas außergewöhnlich besonders ist, außer vielleicht der ausgeprägte Wille, mehr zu machen als früh aufzustehen, auf Arbeit zu gehen und die Tage bis zum Wochenende zu zählen.

Der Wille, mehr zu sehen, der Mut, aus der eigenen Komfortzone auszubrechen, die Überzeugung, dass es danach schon irgendwie weitergehen wird, die Gelassenheit, ohne Erwartungen das zu begrüßen was kommt, die Fantasie, aus weniger mehr zu machen und das Interesse daran, sich auf Dinge einzulassen, die so ganz anders sind, als das Gewohnte.

Die Geduld und Disziplin, immer und immer wieder zu recherchieren, zu planen, zu buchen, zu überlegen und zu rechnen. Das ist es. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Reisen bedeutet eben nicht, sich im süßen Nichtstun treiben zu lassen, sondern dran zu bleiben, achtsam zu sein, sich inspirieren zu lassen, einzulassen und auch manchmal absolut keine Lust mehr zu haben.

Reisen bedeutet, über 10 Stunden in einem stinkenden Zug zwischen Ungeziefer und Hühnern zu sitzen und dabei nichts zu trinken, da man Angst vor dem Toilettengang hat.

Reisen bedeutet, sich in einem Moskitonetz einzuwickeln um sich nicht nur vor 1000 Mücken, sondern auch vor fünf cm großen Kakerlaken zu schützen und dabei nach widerlich ätzendem Insektizid zu stinken.

Reisen bedeutet, festzustellen, dass giftige Spinnen auch springen und kleine Geckos in wenigen Nächten fast jeden Winkel des Badezimmers vollkacken können.

Reisen bedeutet, sich zwei Tage von Nüsse zu ernähren, da man keine Möglichkeit hat, zum Supermarkt zu gelangen.

Reisen bedeutet, Nächte in Flughäfen zu verbringen – im grellen Licht der Werbetafeln, auf unbequemen Stühlen und frierend, dank viel zu kalt eingestellter Klimaanlage.

Reisen bedeutet, mal nicht jeden oder jeden zweiten und auch nicht jeden dritten Tag Haare waschen zu können, sondern sich zu freuen, wenn das kleine Rinnsal kalten Wassers aus der Dusche fürs Zähneputzen reicht.

Reisen bedeutet, mit Händen und Füssen zu kommunizieren und trotzdem in planlose Gesichter zu schauen – orientierungslos, genervt, verzweifelt, wütend und auch mal traurig zu sein.

Reisen bedeutet, darüber lachen zu können – zumindest irgendwann im Nachhinein.

Reisen bedeutet, seinen 20-Kilo-Rucksack aufzuschnallen, den leichten Schmerz im Rücken zu ignorieren und sich auf die nächsten Eindrücke zu freuen.

Wir haben es wirklich gut.

 

Silvester in Bangkok

Nächtlicher Besuch

Alternative zu Nüssen

Reisefreuden

Irgendwo zwischen Hier und Dort

Mitbewohner

Reiseplanung bis spät in die Nacht

Outdoor Cooking

Auf zu neuen Abenteuern!

 

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