Vietnam

Januar 31, 2017 · Vietnam
Tam biet Viet Nam!

Wir suchten Ruhe und ein bisschen uns selbst in Vietnam und fanden den maximalen Input auf allen Kanälen.

Die Eigenart dieses Landes mit seiner bewegenden Geschichte, seiner unvergleichbaren Mentalität und den überall sichtbaren Problemen, wird uns noch lange beschäftigen.

Wir lassen Vietnam zurück mit vielen Eindrücken, viel Unverständnis und dem Gefühl, dass etwas Wunderbares verloren geht.

Es fällt schwer, unvoreingenommen den Menschen gegenüber zu treten, wenn man selbst wie ein wandelnder Geldautomat behandelt wird. Respekt und Ehrlichkeit mögen in verschiedenen Kulturen verschieden ausgelegt werden, erleichtert hat diese Erkenntnis den Umgang mit all den Tricks, Lügen und Betrügereien jedoch nicht. Es ist traurig einem Land und deren Menschen mit so viel Misstrauen und Skepsis begegnen zu müssen.

Es fällt schwer immerzu zu Lächeln, wenn der Gang durch die Straßen ein Bild der Traurigkeit malt. Wenn kleine Aquarien dutzende Meerestiere im dreckigen Wasser beherbergen, wenn sich zugeschnürte Krebse in Schüsseln stapeln und dich mit trüben Augen anschauen, wenn große Seesterne neben noch größeren Müllbeuteln im Wasser liegen und von kleinen Kinderhänden aufgesammelt und getrocknet werden um als Souvenir zu enden.

Wenn Hühner mit Metallklingen an den Füßchen unter Glocken aus Stacheldraht darauf warten, ihren Kampf um Leben und Tod zur Belustigung der Bevölkerung zu bestreiten und kleine Hundewelpen in ebensolchen Glocken zum Verkauf präsentiert werden. Wenn der letzte Wasserstand an dem Plastikmüll in den Bäumen erkennbar ist und riesige leerstehende Betonkomplexe den Strand zieren.

Wenn Menschen mit Atemmasken auf Tausenden von Rollern unterwegs sind, während sie die Luft weiter verpesten.

Es fällt schwer ein Land zu mögen, wenn man den Eindruck gewinnt, dass jede Schönheit ausgebeutet, aufgegessen, ausgerottet und zerstört wird.

Wir verliebten uns trotz allem in Vietnam, in den Tiefen des Dschungels im Phong Nha-Ke Bang National Park, im endlosen Blick auf Wasser und Gestein in der Halong-Bucht und irgendwo zwischen dem bunten Schein der Lampions in Hoi An. 

Wir fühlten uns zuhause bei unserer wunderbaren Gastfamilie auf Phu Quoc und sind dankbar für die Menschen, die uns berührten und die wir nie vergessen werden.

Pass auf dich auf, Vietnam.

Halong-Bucht

Das Highlight unserer Vietnamreise: Die Halong-Bucht. Ein faszinierendes Naturschauspiel, das nach und nach versinkt und 1994 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt wurde.

Malerisch zieht sich das Meer durch die meterhohen Kalkfelsen, während sich die Sonne langsam durch den Nebelschleier zeigt. Unser Boot findet seinen Weg vorbei an schwimmenden Dörfern und hinterlässt kleine Wellen auf der sonst so spiegelglatten Wasseroberfläche. Vergessene Höhlen, das Farbenspiel im Wasser und grün ummantelte Felsen entdecken wir auf einer kleinen Kajaktour. Unbewohnte Inseln, sagenhafte Strände und eine spontane Klettertour auf Monkey Island machen diesen Tag für uns zu einem der schönsten unserer ganzen Vietnamreise. 

PHONG NHA-KẺ BÀNG NATIONALPARK

Der Nationalpark Phong Nha-Kẻ Bàng liegt ca. 500 Kilometer südlich der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi, erstreckt sich über eine Fläche von rund 86.000 Hektar und liegt direkt an der Grenze zu Laos.

Dichter Dschungel, riesige Höhlen-Systeme mit hunderten von einzelnen Grotten, langen unterirdischen Flussläufen, Wasserfällen und vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten, sowie die größte Höhle der Welt sind in dem Nationalpark zuhause.

Auf unserer Tour folgten wir den kleinen Straßen, die sich durch ein dichtes Dschungelgeflecht schlängelten und tauchten ein, in eine Landschaft, die uns zeigte, wie vielfältig und mächtig Natur sein kann. Das dichte Blätterdach überzog wie eine Decke massive Gesteinsformen und ließ uns erahnen, was für Wunder in diesem Paradies noch unentdeckt sind.

Hoi An

Unsere Reise durch Vietnam brachte uns an viele Orte: Straßen voller rasender Motorroller, Reisfelder bis zum tieforangenen Horizont, das beruhigende Fließen des Mekong zwischen meterhohem Gras. Jeder Ort anders. Jeder einzigartig auf seine Weise.

Verliebt in dieses Land haben wir uns jedoch in Hoi An. Die Stadt der 1000 Lampions, die die Nacht zum Tag werden lassen und trotz allem einem Traum gleichen. Ein Ort, an dem man bei einem Kaffee mit Herzhäubchen beim Rösten der Bohnen zuschauen darf, wo Häuser und kleine Gassen an Kindheitsträume und Märchenland erinnern und die vielen Gerüche und Farben des Marktes die Sinne vernebeln. Wenn die Sonne dem Mond weicht und Lampions mit den Sternen um die Wette leuchten, ist das Glück wohl endlos.

Mekong Delta

Unsere Reise führte uns von Phu Quoc direkt ins grüne Mekong Delta. Die Region ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt, der sich netzartig über eine Fläche von ca. 40 000 Quadratkilometern ausdehnt. Neben vielen Früchten, Zuckerrohr und Kokosnüssen werden Millionen Tonnen Reis jährlich in dieser fruchtbaren Gegend gewonnen, weshalb sie auch die südliche Reiskammer Vietnams genannt wird.

Bei lautem Motorknattern fiel uns das Wachbleiben, trotz frühen Morgenstunden nicht schwer, so dass wir das bunte Treiben der schwimmenden Märkte auf den braun-trüben Flussläufen des Mekongs bestaunen konnten. Vor den kleinen Hütten, die das Ufer säumen, werden Wäsche und Geschirr gereinigt, während der Müll die Flussränder verziert. Meterhohe Gräser, schwimmende Plastiktüten und kleine Fischerboote mit aufgespannten Netzten sind nur einige Impressionen, die unser Bild vom Mekong Delta formten.

Phu Quoc

Mit 568 Quadratkilometern ist Phu Quoc die größte Insel Vietnams und wird auch als deren Schatzinsel bezeichnet. Auf Hochglanzprospekten glitzert das kristallklare Meer mit weißem Sandstrand und weckt Sehnsüchte nach diesem fantastischen Ort. Wir suchten und fanden die Schönheit dieser Insel zwischen Müllbergen und längst vergessen Träumen.

In diesem Paradies, wo das Wasser fast durchsichtig erscheint, die Vegetation und die Unterwasserwelt von atemberaubender Schönheit sind, wo sich leere Hotelanlagen reihen, ein Freizeitpark ohne Besucher die Kulisse für einen Thriller sein könnte, und man am Badestrand seine Zehen zwischen weißen Sand und schwarzen Kabelmüll streift, zeigte Vietnam uns seine Gegensätzlichkeit.

Es fällt schwer einen Traum zu genießen, der bereits zerfällt. 

Ho-Chi-Minh-City

Mit mehr als acht Millionen Einwohnern ist Ho-Chi-Minh-City nicht nur die größte Stadt Vietnams, sondern auch das Wirtschaftszentrum im Land der Drachensöhne. Im Süden des Landes nahe des Mekong-Delta bestaunten wir dieses pulsierende und kunterbunte Fleckchen Erde, das seinen alten Namen Saigon nach der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam ablegte.

Mit teilweise Sichtweiten von unter zehn Metern, kann einem die Orientierung im Smoknebel zwischen Hupklängen, Motorradanstürmen, vielseitigen Gerüchen und blinkendem Weihnachtsschmuck schon einmal verloren gehen.  Aber eben diese Orientierungslosigkeit ist der Schlüssel für das Eintauchen in neue Welten und Kulturen.

Vietnam – wir freuen uns auf dich! 

UNSERE ROUTE IN SÜDOSTASIEN
Tipps & Tricks für Südostasien
  1. Mit Vorsicht zu genießen: Wir aßen alles – wirklich alles, was die Straßenküchen an Köstlichkeiten zu bieten hatten. Starte in den ersten Tagen mit kleinen Portionen und trau dich nach und nach an die verschiedensten Streetfood-Stände. Wir überlebten SOA tatsächlich ohne irgendwelche Schwierigkeiten.
  2. Leitungswasser eignet sich nicht zum Trinken. Aber keine Panik - Zähne putzen und duschen ist komplett unproblematisch.
  3. Cleveres Äffchen: Überall in SOA trafen wir Affen, aber Vorsicht: Durch mangelnde Aufklärung und Unwissenheit der Touristen, haben diese Tiere keine Angst vor dem Menschen. Es wird alles aus den Händen, vom Rucksack oder vom Boden geklaut. Ein Affenbiss kann sehr schmerzhaft sein. Die Affen sind sogar so intelligent, dass sie den Stauraum eines Rollers von selbst öffnen können.
  4. Von A nach B kommt man in SOA gut mit Grab und Uber. Aber auch hier sollte man vorsichtig sein, da die Apps in manchen Ländern nicht gern gesehen werden.
  5. Handeln erwünscht: In ganz SOA sollte man Handeln und zwar nicht nur auf den Märkten, sondern auch an den zahlreichen Touren-Ständen.
  6. Teure Vermittlung: Bus und Zugtickets lieber immer direkt am Schalter kaufen.
  7. Respekt vor anderen Kulturen: Bitte fotografiert keine Mönche.
Vietnam
  1. Kein Schritt zurück: Gilt beim Überqueren einer Straße in Ho Chi Minh City und Hanoi. Laufe im gleichmäßigen Tempo über die Straße und genieße wie der Verkehr um dich herumfließt.
  2. Schuhe müssen draußen bleiben! Egal welches Haus du betrittst, auch beim Supermarkt (insbesondere in Vietnam), solltest du deine Schuhe ausziehen.
  3. Gesunde Skepsis: Leider mussten wir auf unserer Reise durch Vietnam immer wieder erfahren, dass eine gesunde Skepsis unbedingt notwendig ist.
  4. Umgerechnet: 1 Euro entspricht etwa 24.000 Dong (März 2017).
Thailand
  1. Vorsicht auf Schritt und Tritt: Auf Geld zu treten gilt als Majestätsbeleidigung und ist in Thailand eine Straftat, da der König auf jede Münze und jeden Schein geprägt ist.
  2. Politische Diskussionen: Sollte man besser vermeiden.
  3. Umgerechnet: 1 Euro entspricht etwa 37 Baht (März 2017).
Kambodscha
  1. Kleine Verkäufer: Vor allem rund um Angkor Wat trifft man viele Kinder, die Kleinigkeiten verkaufen wollen. Auch wenn es einem das Herz bricht, unterstützt nicht die Kinderarbeit, indem ihr etwas abkauft.
  2. Tuk Tuk: Die wohl schönste Art die Tempel rund um Angkor Wat zu besichtigen. Ein Tuk Tuk inklusive Fahrer kostet 15 - 20 US-Dollar pro Tag.
  3. Umgerechnet: 1 Euro entspricht etwa 1 US-Dollar bzw. 4000 Riel (März 2017).
Indonesien
  1. Die Taxi Mafia unterdrückt in Indonesien zielgerichtet Uber und Grab. Alternativ bieten aber die Unterkünfte oder Tourenschalter günstige Alternativen an.
  2. Umgerechnet: 1 Euro entspricht etwa 14.000 Indonesischen Rupien (März 2017).
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