VON REISEBLOGGER/IN ZU REISEBLOGGER/IN

mehrsehn · Oktober 06, 2019 · Gedanken · 0 comments

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das die Menschen spaltet, vielen aus den Ohren herausquillt, aber umso mehr ein wichtiges Anliegen ist. Es geht um Umweltverschmutzung und Social Media. Als jemand, die gerne unterwegs ist und schon einige Länder bereisen durften, glaube ich, dass es wichtig ist, auf Instagram und Co. zumindest bei dem Thema etwas mehr Realismus ins Bloggen und Posten einfließen zu lassen.

Ich folge vielen Reisebloggern und bin immer wieder erstaunt, wie sie die Welt sehen bzw. zeigen. Wenn ich so durch die Reiseposts scrolle, kommt es mir vor, als wäre Umweltschutz nur eine überflüssige Modeerscheinung und Greta Thunberg die Stilikone dieser. Ein Trend, der wie Schlaghosen oder Ray-Ban Brillen völlig überflüssig und bald vergessen ist.

Unser Planet Erde ist unverändert paradiesisch, die Strände sind weiß und sauber, das Wasser klar und es grünt, blüht und gedeiht bei jedem Klick – denn Umweltverschmutzung sucht man auf Instagram vergeblich.

Ich selbst weiß aber wie es ist, wenn man erst einmal fremden Müll vom Strand in die Tonne befördert, einen träumerischen gedankenverlorenen Blick aufsetzt und sich fotografieren lässt um dann „Paradise“ oder irgendeinen tiefsinnigen Spruch unter den Post zu setzen. Und teilweise ist es auch okay sich zu inszenieren und die Realität etwas aufzuhübschen. Das tun wir ja alle irgendwie. Aber sollte man seine Reichweite, seine Follower-Zahl und seine Möglichkeiten diese Länder besuchen zu dürfen nicht auch nutzen um auf so ein wichtiges Thema wie Müll und Umweltschutz aufmerksam zu machen?

Es ist eine Chance zu zeigen, dass es nicht nur ein Mode-Hype ist, sondern präsenter als je zuvor. Es ist die Möglichkeit Menschen die Augen zu öffnen und ein Thema am Leben zu erhalten, das unser Leben bestimmt und das unserer Kinder und Enkel.

Natürlich gibt es die kleinen Paradiese auf dieser Welt immernoch. Aber nur wenige Kilometer davon entfernt schaut es meist anders aus. Der Umgang mit Müll ist für viele Länder (vor allem für viele Inseln) ein Mamut Thema, dem sie häufig nicht gewachsen sind. Die Ozeane und Strände dieser Welt sind vielleicht in privater Hand eines Hotelriesen sauber, aber ersticken ein paar Meter weiter wie die Meeresbewohner an Plastikflaschen, Kabeln und Dreck. Es ist wichtig darüber zu berichten, zu informieren und Organisationen zu unterstützen, die genau diese Problematik bearbeiten.

Niemand will diese Bilder sehen. Weder in seinem Urlaub noch auf Reisen. Aber ich glaube, nur wenn wir darüber informieren und authentisch schreiben, werden sie eventuell irgendwann verschwinden.

Die Realität ist hinter den Rändern unserer Smartphones meist nicht so wie auf den Displays.

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